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EinleitungDie Funktion von Gebäudefassaden reicht von den visuellen Aufgaben, wie der Repräsentation von Zeit und Grund der Entstehung eines Gebäudes, der Vermittlung des Inhaltes, über die bautechnischen Zwecke hin zur Einpassung des Bauwerkes in ein vorhandenes Stadtbild und nicht zuletzt um dem Auge des Betrachters eine "Freude" zu bereiten.[1]
Die Thematik der medialen Fassaden oder kurz "Medienfassaden" beschäftigt sich paradoxerweise zum Teil mit der Erlösung der Fassaden von diesen Aufgaben und einer gleichzeitigen Konzentrierung auf diese.
![]() http://sharp-world.com /corporate/news/010522.html |
Die wohl imposanteste Medienfassade kann der Besucher von Paris, am Centre Pompidou, betrachten - sie besteht nur aus den, die Medien (Gas, Wasser...) beherbergenden, Gefäßen, die zum Betrieb des Museums erforderlich sind. |
![]() www.danheller.com /images/Europe/France/Paris/Slideshow/img3.html |
Im Folgenden wird auf die verschiedenen Arten der wandelbaren Fassaden eingegangen und deren Funktionsweise an Beispielen kurz erläutert.
MedienfassadenEine dynamische Wirkung auf einer statischen Fläche kann durch verschiedene Techniken erreicht werden, ich habe daher die Beispiele in Kategorien eingeteilt.
| Projektionen sind eine einfache, relativ kostengünstige und beeindruckende Variante, mittels eines oder mehrerer Projektoren in geeigneter Entfernung, visuelle Bewegung auf einer Gebäudehülle zu ermöglichen, da an der Struktur der Fassade nichts verändert werden muss, außer die Fenstern zu verhängen, um ein gleichmäßiges Bild zu erhalten. |
http://www.screen-house.de/gallery.html |
![]() "Piva-Lite" Glas |
![]() http://cox.plexgroup.com |
![]() LCD-Videoprojektor mit MPEG-2 Player |
Die Ansteuerung erfolgt bei der VEAG - Fassade über miteinander verbundene Steuerungssysteme, der SPS des Gebäudes, einer AMX-Steuerung für die Kontrolle und Synchronisation der Projektoren, einer Zeitschaltuhr und einem Außenhelligkeitssensor.[2]
![]() http://erewhon.ticonuno.it |
![]() http://developer.apple.com | Das Stadtbild der großen Metropolen unserer Welt ist durch riesige animierte Werbetafeln (billboards) geprägt, die sich mehr oder weniger in die Fassade einfügen. |
Diese Riesenbildschirme, auch "Very Large-Screen Video Display" [3] genannt, kann man in einfachen Formen bei diversen Herstellern kaufen und modular zusammenstellen. Sie haben im Gegensatz zu Projektionen auch am Tag eine ausreichende Leuchtkraft und werden in der Nacht sogar bewusst zur Aufhellung der durch die Hochhäuser stark verdunkelten Straßenschluchten benutzt [4].Es gibt diese Displays in verschiedenen Ausführungen, als CRT - (Cathode Ray Tubes) und LED - (Light Emitting Diode) Display.
Die Systeme unterscheiden sich in ihren Eigenschaften, was Leuchtkraft, Stromverbrauch, Wartungskosten, Preis und Gewicht angeht.
![]() http://www.screens.ru |
Datenblatt eines LED Displaymoduls (V30 von Leurocom) | ||
| Farben | 16.7 Mio | ||
| Horizontaler Leuchtwinkel | 140° | ||
| Vertikaler Leuchtwinkel | 60° | ||
| Leuchtelemente pro Pixel | 4 | ||
| Modulgröße | 624*624*180 mm | ||
| Pixel je Modul | 32*32 | ||
| Pixelabstand | 19,5 mm | ||
| Anfangs-Leuchtdichte | 6.000 cd/m2 | ||
| Kontrastverhältnis | 15:1 | ||
| Gewicht je Modul | 35 kg | ||
| Anschlußwert | 0.65 kVA | ||
| Empfohlender Mindestbetrachtungsabstand | 20 m | ||
http://www.leuro.com/deutsch/index.html | |||
Eine umfangreiche Gegenüberstellung der Eigenschaften der CRT- und LED Varianten findet sich unter [3].
Die Verbreitung von Bussystemen wie zBsp. dem EIB (european installation bus), zur Steuerung der häuslichen Elektronik, schafft die Möglichkeit, die Fassade des eigenen Hauses mit Hilfe der Fensteröffnungen als Rasterdisplay einzusetzen oder um bei Abwesenheit eine Anwesenheit vorzutäuschen.
![]() http://www.blinkenlights.de |
Eindrucksvolle Effekte, wie sie bis Ende Februar in Berlin zu beobachten sind, können mit einem solchen Bussystem und einem Rechner der über eine entsprechende Schnittstelle verfügt, erreicht werden. Dort steht eine 8x18 Pixel Matrix für Animationen bereit. Veranstalter, der als "blinkenlights" betitelten Aktion, ist der Chaos Computer Club. Die Animationen können mit Hilfe der "blinkentools" erzeugt und in dem, für blinkenlights kompatiblen, Format ".blm" abgespeichert werden. Ein Höhepunkt des Projektes ist die Möglichkeit den Klassiker Pong über Mobiltelefon auf der Gebäudefassade zu spielen, und mit Pong hat ja bekanntlich alles angefangen...[6] | ![]() http://marnix2001.bbl.be |
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Die elektrotechnisch anspruchsvollste und auch kreativste Art der Fassadengestaltung, neben den mechanischen Fassaden, sind Fassaden, in die Leuchtmittel integriert sind. Sie bieten dem Architekten, Mediengestalter, und dem Ingenieur die Möglichkeit ein Gebäude zu schaffen, dass zumindest was die Hülle angeht, meiner Meinung nach an der Spitze der heutigen Baukunst steht.
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![]() http://www.archidose.org/Apr01/040901.html |
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Beim Expomedia - Gebäude "Light Cube" in Saarbücken werden drei Meter lange LED - Stäbe als Leuchtmittel hinter einer netzartigen Außenhaut eingesetzt. Ein Stab enthält zu je einem Drittel rote, grüne und blaue LED's, insgesamt 300 pro Stab. Die Ansteuerung erfolgt über "LonWorks-Controller". Ein Controller steuert 4 Stäbe im Kreuzungspunkt und ermöglicht eine unabhängige Dimmung der Farben eines Stabes mit einer Auflösung von 8-bit. Die 224 Controller für insgesamt 270.000 LED's werden von einem Zentralrechner gesteuert, auf dem als Betriebssystem Windows NT 4.0 läuft. Auf den Stäben werden Daten eines Fraktals visualisiert, die eine Fraktalsoftware an die Steuerungssoftware für die Controller übergibt. Die Steuerungstechnik und die Software sind in der Lage 10 Bilder pro Sekunde zu übertragen. [11]
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www.expo-media.de |
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![]() http://www.arc.de/cm/static/page18.html |
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Es lassen sich weitere Beispiele dieser Doppelfassadensysteme finden, wie die Galerie Lafayette in Berlin des Architekten Jean Nouvel, der auch auf dem Gebiet der nun folgenden Kategorien der medialen Fassaden Meisterwerke geschaffen hat.
passive mediale Fassaden
| Durch die Auswahl und Anordnung der Materialien und Strukturen auf einer Fassade, ähnlich dem Maler bei der Farbauswahl und -anordnung, kann man Gedankengänge anstoßen und Assoziationen verursachen. Man spricht dabei zunehmend von der Immaterialität von Fassaden. Die Bewegung findet nicht auf der Fassade sondern im Kopf des Betrachters statt. Solche Fassaden zu entwerfen und zu planen ist eine anspruchsvolle Aufgabe, mit der sich unter anderem der französische Architekt Jean Nouvel beschäftigt. [13] | ![]() http://www.lrz-muenchen.de |
![]() www.detail.de | ![]() Fassadenabwicklung ![]() www.argekoelnturm.de |
Eine besonders trickreiche Art der Fassadengestaltung ist Nouvel am Kölnturm gelungen, die den Turm mit seinen Nebengebäuden nahezu verschwinden lässt. Bei näherer Betrachtung erkennt man den Trick. Die aus Glas bestehende Fassade ist mit Wolken- und Stadtmotiven historischer Gebäude bedruckt. Die Emailliefarbe wurde in die Scheiben eingebrannt. [14] |
Fassadenstrukturen beweglich zu machen ist die technisch aufwendigste Form der wandelbaren Fassaden, da die eigentlich ziemlich alte Technik der Elektromotoren immer noch sehr störanfällig und die reibungslose Bewegung nicht möglich ist.
| Die Fassade des "Institute du Monde Arabe" in Paris von Jean Nouvel zeigt eine Möglichkeit der Strukturveränderung. Die Öffnungen der Südseite sind mit Aluminiumlamellen überzogen, die sich computergesteuert dem Stand der Sonne anpassen. [15] | ![]() www.archiweb.cz |
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![]() http://erewhon.ticonuno.it |
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Zukunftsvisionen
Wandelbare (mediale) Fassaden sind ein noch relativ junges Feld in der Architektur, weltweit befassen sich Mediengestalter, Architekten, Ingenieure und Philosophen mit dieser Thematik. Die realisierten Resultate sind stets beeindruckend. Die Ideen zum Thema sind sehr vielversprechend.
Das Projekt "Vergißmeinnicht" sieht vor, die tristen grauen Außenwände von Plattenbauten durch eine Videohülle zu sanieren, auf der den Bewohnern mittels einer Schnittstelle in der Wohnung die Möglichkeit gegeben wird, sich nach außen hin mitzuteilen und gleichzeitig miteinander in Kontakt zu treten, bzw. diesen zu pflegen. [16]
Die Weiterentwicklung der FLD's (Fibre Light Display) wird neue Möglichkeiten bezüglich der Gestaltung der Fassaden bereitstellen.[17]
[1] Zur GE - Wichtigkeit der Fassaden, http://xarch.tu-graz.ac.at/home/az5/members/machne/texte/fassad.html
[2] www.medienfassade.veag.de
[3] Very Large-Screen Video Displays, http://www.conceptron.com/articles/very_large_screen_displays.html
[4] Stadt-Beleuchtung zwischen Werbung und Kunst, http://www.baunetz.de/arch/bauwelt/bw_01_10/10211fh_.htm
[5] Trends und Entwicklungen im " Draußenen Video " und " Draußenem FERNSEHER " Informationelle und werbende Systeme - schlecht übersezt (Anmerkung des Autors), http://www.screens.ru/ger/atv_systems_magazine/2000/6.htm
[6] www.blinkenlights.de
[7] Digitale Wechselspiele, Deutsche Bauzeitschrift, 6/2001, S.76
[8] L-store/Saturn Hamburg, http://www.baunetz.de/arch/bauwelt/bw_01_10/10221fh_.htm
[9] www.digitalehaut.de
[10] Turm der Winde, Arch+, 108/1991, S.44
[11] Nächtliche Lichtspiele mit LonWorks, http://www.lno.de/aktuell/presseraum/p08.htm
[12] Kinetische Lichtplastik, http://www.arc.de/cm/static/page18.html
[13]Buntes Rauschen, Jean Nouvels mediale Fassaden, Arch+, 108/1991, S.118-125
[14] Köln Turm, http://www.detail.de/magazin/gebaeude/01_4/beri/01/
[15] Aufgeblendet, http://www.iwz.de/reportagen/repo2000/1000arabisch/arabisch_4.html
[16] Vergißmeinnicht, http://www.2etage.de/base/erfahrungen/freestyle/fassade/fassade.html
[17] SCHOTT GLAS - Faseroptik - Produkte - Beleuchtung - Allgemeine Informationen, http://www.schott.com/fiberoptics/german/products/lighting/general_information.html
[] LightCube, http://www.expo-media.de
[] INSTITUT FUER HOCHBAU II H.RICHTER, http://www.hb2.tuwien.ac.at/lva/entwerfen/plug-on/
[] Jan Kratochvíl's ArchiWeb - Jean Nouvel, http://www.archiweb.cz/persons/nouvel.htm
[] Transmediale2000 news, http://www.transmediale.de/00/d_prg_01/d_prog37.html
[] Hic et nunc, http://www.lrz-muenchen.de/~architektur/wowen/valena/d_valena_voe1.htm
[] WHY KIKI oder Poesie in die Medien?, http://www.uni-weimar.de/~pias/medien/interview/i-thomsen.html
[] Unsere Architektur wäre ohne Computer nicht möglich, http://www.orf.at/orfon/kultur/990107-1221/1224txt_story.html
[] Die Stadt ist ein Wolkenfeld
, http://www.heise.de/tp/deutsch/special/arch/6074/1.html
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